17. Juli 2016

Jimdo

In wenigen Wochen wird dieser Blog als Teil einer mit Jimdo erstellten Homepage weiterbestehen. Meine Suche nach einem Tool, mit dem sich ein Shopsystem, ein Blog, Fotogalerien etc. in einer Lösung kombinieren lassen, hat mit Jimdo ein Ende gefunden. Ich habe ja hier meinen Blog, auf shop.killert.de einen Shop, der auf Wordpress basiert und dann noch auf amrum.killert.de eine Fotogalerie. Das möchte ich alles in einer Lösung kombinieren. Dazu braucht es ein Tool, das den größten Teil der Vorzüge dieser drei separaten Lösungen vereint.

Die Macher von Jimdo haben sich das Konzept bei Rapidweaver/Stacks abgeschaut. Ohne Ahnung von HTML / CSS oder Javascript haben zu müssen, werden die Seiten vom User in einzelnen Modulen zusammengebastelt. Die Schwachstellen von Wordpress und Rapidweaver – entweder zu unübersichtlich oder ohne vernünftiges Shopsystem zum Verkauf von z.B. ebooks – gibt es dort nicht. Für relativ moderate Preise kann das in der Basisfunktion kostenfreie Jimdo um einen Shop ergänzt werden.

Jimdo_Appetizer

So wird killert.de in einigen Wochen aussehen …

Die einzige Herausforderung: wie integriere ich meinen bestehenden Google-Blog in Jimdo? Da habe ich zunächst meine alte Idee, den RSS Feed zu missbrauchen verfolgt – es geht aber einfacher. Per IFRAME wird der Blog, von dem ich alle Verzierungen entfernen werde, in die neue Seite eingebaut. Ruft jemand meine Blogspot-Seite direkt auf, erkennt ein Script, dass Blogspot nicht im IFRAME aufgerufen wurde und macht einen automatischen Refresh auf die Jimdo-Seite.

Im Moment übertrage ich alle alten Inhalte auf die Jimdo-Seite. Herzstück wird der “CODE-IS-POETRY” Teil werden, in dem ich Office-AddIns verkaufen werde. Das bedarf aber noch einiger Vorbereitungen.

Jimdo scheint eine der Lösungen zu sein, die den modularen Aufbau von Webseiten als Online-Lösung ohne separate lokale Software brauchbar umgesetzt haben. Die Funktionen sind nicht überladen und sehr einfach gehalten. Wenn sich die Macher keine groben Patzer erlauben, dann wird das auch längerfristig sehr interessant sein.

www.jimdo.com

11. Juli 2016

Image Composite Editor

Ich hatte nach meinem Amrum-Urlaub versucht, aus ganz vielen RAW Bildern, aufgenommen auf der Aussichtsdüne in Wittdün, ein großes Panorama-Bild zu machen. Das war mir nicht gelungen und es lag an der Software. Das weiß ich jetzt, denn ich habe eine sehr faszinierende, kostenfreie Software von Microsoft gefunden, mit der ich tatsächlich ein beeindruckendes Panoramabild machen konnte.

Die Software heißt Image Composite Editor und kann hier heruntergeladen werden.
Die Software ist selbst erklärend und arbeitet sehr präzise und schnell. 50 RAW Bilder, zusammen ca. 1GB Größe wurden in 10 Minuten zu einem Panorama zusammengesetzt.
Photosynth selbst ist nicht das Programm – ist die Community in die man die fertigen Fotos hochladen kann (Vergabe der eigenen Nutzungsrechte beachten!), d.h. das Panoramafoto dieser Größe macht erst in dem passenden Viewer Spaß, denn es ist fertig und komprimiert mehrere hundert Megabyte groß.

Das Faszinierende ist nicht das Panorama, sondern die Möglichkeit, in die Tiefe zu zoomen. Man erkennt in meinem Foto sogar einzelne Möwennester in den Dünen, die mir bei den Einzelfotos gar nicht aufgefallen sind. Es geht also nicht darum, einfach nur Fotos aneinanderzureihen, sondern Tiefenwirkung zu erzielen. Diese Art der Foto-Manipulation ist eine Wissenschaft für sich. Und wenn man sich anschaut, was für großartige Meisterwerke schon bei Photosynth abrufbar sind, dann wirkt meine Amrumer Düne im Maßstab wie eine Briefmarke zu einem DIN A1 Plakat.

Das hier ist das Panorama. Für mehr Funktionen einfach meine Photosynth-Seite besuchen. Dort hatte ich heute ein Dejavu – ich habe mit Photosynth schon 2008 experimentiert und meine Fotos, aufgenommen auf dem Empire State Building in New York im Jahr 2002 dort hochgeladen.



Um das Panorama-Bild zu sehen, muss Silverlight im Browser aktiviert werden – Silverlight ist die Alternative zu Flash, zur Verfügung gestellt von Microsoft. Richtig cool ist das Bild vom Vollbildmodus – dazu auf den Button neben dem Pluszeichen klicken. Wie viele Möwennester finden Sie? Und wie viele Menschen sind auf dem Foto zu sehen? Keiner? – Ganz falsch. Schauen Sie mal genauer hin. Vielleicht finden Sie auch einen groben Fehler, den das Programm gemacht hat. Es hat aus einem der Foto ein Haus mitten in die Dünen montiert. Das Haus steht dort aber nicht. Aber man muss verdammt gute Augen haben, um das festzustellen.

10. Juli 2016

Eine Herausforderung. Aber nicht die meine …

Einmal im Jahr erhalte ich einen Kontoauszug von dem Unternehmen, bei dem ich vor knapp 20 Jahren eine Rentenlösung eingerichtet habe und in die ich seit dem fleißig einzahle. Lange vor dem ganzen Riester-Quatsch hatte ich einen einfachen Plan: wenn ich 58 Jahre alt bin – das sind noch ein paar Jahre, aber die Hälfte der Einzahlungen habe ich schon geleistet – bekomme ich entweder einen Betrag X ausgezahlt oder erhalte eine zusätzliche monatliche Rente mein Leben lang. Bei Vertragsabschluss wurde ein bestimmter Betrag garantiert und es gab die nicht garantierte Option sogenannter “Überschussbeteiligungen”.

Jahrelang wurde in dem jährlichen Kontoauszug neben dem Rückkaufwert und dem Garantiebetrag ein möglicher Auszahlungsbetrag aufgeführt, der auf den Überschüssen der letzten Jahre basierte. War dieser Betrag damals noch auf der ersten Seite groß und fett dargestellt, so wanderte er vor wenigen Jahren auf die Rückseite des Anschreibens und dieses Jahr ist alles ganz anders … .

Übersichtlich

Ja, das ist mir aufgefallen.

Jetzt muss man sich natürlich klarmachen, dass die Zinssituation vor 20 Jahren eine ganz andere war. Und es wurde auch immer gesagt, dass alle Extras, wie eben auch die sogenannten Überschussbeteiligungen, nicht garantiert sind. Das ist auch in Ordnung so. Ich selbst habe immer nur mit dem garantierten Betrag gerechnet. Und das allein wird schon eine immense Herausforderung werden.

Der vorher so werbeträchtige Betrag ist nun nicht nur verschwunden – in einem Nebensatz wird das gesagt, was Karl Marx prophetisch ausgedrückt hat und was nach meiner festen Überzeugung aufgrund der unfassbar hohen Verschuldungen und den nach wie ungebremsten Neo-liberalen Leitsätzen so bleiben wird: “Sobald die Produktionsmittel aufgehört haben, sich in Kapital zu verwandeln, hat der Kredit als solcher keinen Sinn mehr.”

Aber machen wir es nicht so kompliziert – meine Vertragsinformationen wurden ja verständlicher gemacht:

Zinsen

Wenn ich jetzt einen Auszug vor der Jahrtausendwende hier hereinstellen würde, dann würden viele meinen Blog für eine komplette Satire halten. Damals waren 4% wenig. Ganz wenig. Aber heute - 4% Garantiezins! Wo kriegt man so was? Will ich auch haben … . Wer weiß, wie viele Menschen solche Verträge hatten und sie mit falschen Riester-Versprechungen aufgelöst haben. Ich jedenfalls, ein Mensch der nicht glaubt, dass sich Geld von alleine vermehrt, jemand der glaubt, dass Geld sich noch nie alleine vermehrt hat und alle medienwirksamen Anlagen immer nur Augenwischerei waren und sind, die in Finanzkrisen und ihren vielen Zusammenhängen teuer erkauft werden, aber immer zahlt jemand dafür, das ist seit Jahrhunderten so – ich lehne mich entspannt zurück und bin gespannt, wie mein Vertragspartner die garantierten 4% in den kommenden 17 Jahren für mich, nur für mich, erwirtschaften will. Eine Herausforderung, aber nicht die meine … .

9. Juli 2016

Wireless Music

Vor knapp vier Jahren hatte ich mir ein “Go+Play” von Harman Kardon gekauft. Das ist ein Abspielgerät für iPODs. Man legt den IPOD in das Gerät ein und hat einen satten, basslastigen Sound, der problemlos die ganze Straße beschallen kann.

Der Hersteller hat vor einiger Zeit dieses Gerät auf Bluetooth umgerüstet, d.h. es braucht keinerlei physische Verbindung mehr. Die Musik kann drahtlos auf das Gerät gestreamt werden. Da ich mir aber kein neues Gerät kaufen wollte, aber eben nicht nur meinen IPOD Classic (der hat kein Bluetooth) als Quelle für Musik nutzen wollte, stellte sich die Frage, wie ich das anstellen kann. Der erste Versuch mit einem einfachen Bluetooth Adapter aus China, der auf die 30Pin IPOD Schnittstelle passt, war ein Fehlschlag. Manchmal hat man ja Glück mit solchen 5,- EUR Gerätschaften. In diesem Fall nicht. Die Verbindung war viel zu ruckelig – völlig unbrauchbar.

Jetzt habe ich ein wenig mehr ausgegeben und für knapp 50,- EUR einen Bluetooth Adapter vom gleichen Hersteller gekauft. Dieser Adapter nutzt nicht die IPOD Schnittstelle, sondern den Klinkeneingang. Mein Fazit: erste Sahne! Auf dem Tablet 100 GB an Musik, alle meine MP3s, dazu Amazon Prime Music, die vielen Radio Channels aus dem Internet. Und alles drahtlos. Meine Lieblingsapp ist “Poweramp”, eine Art iTunes für Android. Mit sehr genialen Plugins für nur 50 Cent.

HarmanKardonSetupcp - Seite 1

Ein Tipp für alle, die ebenfalls einen alten “GO+Play” besitzen und das Problem haben, dass das Gerät nach 10 Minuten immer in den Standby geht. Die Ursache dafür ist, dass die Lautstärke an dem Gerät auf Maximum steht und sie vermutlich versuchen, die Lautstärke über das Quellgerät zu steuern. Das ist der Fehler. Der Maximum-Pegel bewirkt den StandBy. Lösung ist ganz einfach: Das Quellgerät auf maximale Lautstärke einstellen und die Laustärke über den “Go+Play” regeln. Das Gerät geht nicht mehr in den StandBy-Modus.

Noch ein Tipp: wer gerne Musik im Hintergrund laufen lässt, seine eigene kleine “Lounge” gestalten möchte, der ist am besten mit der App von “Klassik-Radio” bedient. “Klassik-Radio” umfasst nicht nur klassische Musik mit eigenen Channels für Mozart, Beethoven etc., sondern auch leichtem Jazz, Lounge, Lounge-Musik oder 24 Stunden Naturgeräusche.

DSC01643

Als Ergänzung: so ein Adapter funktioniert natürlich auch mit Geräten anderer Hersteller. Der Bluetooth Adapter wird per Klinke oder Cinch verbunden. Solche Schnittstellen haben nahezu alle Stereoanlagen. So kann man seine alte Anlage, für die man vielleicht mal viel Geld ausgeben hat, auf Wireless Music umrüsten.

6. Juli 2016

Coming soon

CodeIsPoetry_LogoNeuWhiteVor einigen Wochen hatte ich von den VSTO Tools für Visual Studio und der Firmenpolitik von Microsoft und deren Entwicklerwerkzeuge berichtet. Als VBA Junkie, der mit Erweiterungen von Microsoft Office jeden Tag zu tun hat, war diese Freigabe der passenden Tools etwas, dass in jeder Hinsicht neue Horizonte eröffnet hat. Ich baue mir jetzt meine eigenen Office Erweiterungen. Die Verschmelzung von Ambition und Erfahrung. Code is Poetry.

Das erste Ergebnis ist jetzt kurz vor der Fertigstellung. Ich habe es “AutorTools” genannt und es ist eine bahnbrechende Erweiterung von Microsoft Word. Neben einem ePub Export, einem Export nach HTML on-the-fly (einfach über die Zwischenablage) gibt es auch einen sogenannten RSS Distiller, der aus Blog-Einträgen ein Word Dokument macht. Es gibt eine Datenbank im Hintergrund, die die Arbeitsschritte eines Users dokumentiert, eine Zitatsammlung, eine Normseitenformatierung, einen Blindtextgenerator und einen Export der Dokumentstruktur als MindMap. Selbst ein Export ins Schriftsatzsystem LaTeX oder als OPML Struktur ist möglich. Das mag sich für viele exotisch anhören, aber ich bin mir sicher, es gibt viele Menschen, die auf so ein Tool gewartet haben.

WINWORD_2016-07-06_19-53-32

Neben der Implementierung der letzten fehlenden Funktionen arbeite ich derzeit an der Dokumentation dieses Tools und an ersten Screencast Videos, die aus diesen abstrakten Beschreibungen die praktischen Anwendungen darstellen. Das geht immer nur Schritt für Schritt. Daher gibt es im Moment auch nur spärlichen literarischen Fortschritt.

Mit einer ersten “Beta”-Version rechne ich ab August – dann gebe ich dieses Tool an einige Vielschreiber, die im Moment von Ihrem Glück noch gar nichts wissen. “AutorTools” wird code-is-poetry.de bereichern, eine Seite auf der ich derzeit nur einen kaum wahrgenommenen Rapid-Weaver Stack zum Kauf anbiete. War aber eh nur eine Spielerei.

28. Juni 2016

ePapers im Alltag

Als Freund von eBooks und Streamingdiensten bin ich an allem interessiert, was Platz spart und Wissen, Kultur und Unterhaltung elektronisch bereitstellt. So war ich diesen Sonntag nicht zu meiner regelmäßigen Tour an den Siegburger Bahnhof aufgebrochen. Dort ist nämlich der weit und breit größte Zeitschriftenladen hier in der Gegend. Neben Zeitschriften, die ich fast immer kaufe – ein Abo kommt nicht in Frage, weil ich die Zeitschrift doch immer nach Themen durchblättere – kaufe ich auch oft ein Exemplar einer Zeitschrift, die ich vorher noch nicht kannte. So lernt man dann “Cicero”, “Monopol”, “Page” oder “Brand Eins” kennen. So hänge ich da 30-45 Minuten in dem Laden herum und kaufe dann ein oder zweimal im Monat einige Magazine.

Diese Zeitschriften bieten jetzt aber mittlerweile alle ihre eigenen Apps an. Das sind eigene Lese-Apps in denen man die jeweiligen Zeitungen auch kaufen kann. Meist heißt die App genauso wie die Zeitschrift selbst und findet sich im GooglePlay bzw. Apple Store. Das Herumblättern vor dem Kauf ist dadurch gewährleistet, dass man das Inhaltsverzeichnis und einige Seiten als Appetithäppchen lesen kann.

Eine App jedoch sticht besonders hervor, denn sie bietet nicht nur eine Zeitschrift oder die Zeitschriften eines Verlages an, sondern über 5.500 verschiedene Zeitschriften. Mit dabei sind die bekanntesten Magazine aus Europa und den USA und auch immer mehr deutsche Magazine. Ich habe mir diese App namens “Zinio” mal genauer angesehen, denn in ihr kann man das Arte-Magazin als ePaper laden. Und ich muss sagen, dass ich nichts auszusetzen habe. Sowohl auf dem Tablet, als auch auf dem PC/Mac.

Das ist natürlich sehr verlockend – mal eben eine Ausgabe vom amerikanischen “Rolling Stone” Magazin kaufen, eine Ausgabe vom “New Yorker” oder “Outdoor Photographer” – naja, da muss man sich zügeln. Gezahlt wird bei “Zinio” übrigens mit einer hinterlegten Kreditkarte. Die anderen Apps nutzen jeweils die Zahlungsoption, die man bei Google oder Apple hinterlegt hat bzw. der Betrag wird von einem über Gutscheinkarten aufgeladenem Betrag abgezogen. Eine Zeitung zu kaufen ist nichts anderes, wie eine App zu kaufen. Die Inhalte werden als sogenannte “In-App”-Käufe realisiert.

zinio

Die Zinio App unter Windows

Zu den anderen Apps, denen für jeweils spezielle Zeitschriften, z.B. das “Philosophie-Magazin”, habe ich Anfragen versendet, denn bei Android Geräten ist der Kauf der Zeitschrift nicht an eine ID, sondern an ein Gerät gebunden. Ich kann dort also nicht die Zeitschrift auf mehr als ein Gerät laden. Und es ist mir auch nicht ganz klar was passiert, wenn man sich irgendwann ein anderes Tablet kauft. Da müssen die Käufe ja auch zur Verfügung stehen. Ich bin gespannt, welche Antwort ich erhalte.

Bei “Zinio” scheinen die Käufe an die Google ID gebunden zu sein und sind damit auf allen Geräten, die mit dieser ID arbeiten abrufbar. “Zinio” hat außerdem eine App, die unter Windows oder auf dem Mac läuft. D.h. man kann seine Zeitschriften auch auf dem großen Rechner lesen.

Bei Musik und Filmen bin ich mittlerweile komplett auf elektronische Medien umgestiegen. Bei Büchern – wenn es nicht gerade Fotobücher/Ratgeber sind – eigentlich auch. Bisher gab es bei mir nur noch Zeitschriften in Papierform. Ich denke, dass mein positiver erster Eindruck zu diesen Apps dazu führen wird, dass ich mich auch bei diesem Medium vom Papier entfernen werde, denn alle Apps haben Lesezeichen und Suchfunktionen. Bei einigen können auch Notizen eingefügt werden. Die Vorteile überwiegen. Ich werde über die Alltagstauglichkeit berichten.

18. Juni 2016

Bloody Monday

Vor meinem Amrum Urlaub hatte ich eine ganz üble Zahnwurzelentzündung. Aus einem Routinebesuch beim Zahnarzt entwickelte sich das pure Grauen, wenige Tage vor Beginn meines Urlaubs. Nur Antibiotika und Schmerzmittel haben mich gerettet – aber damit war das eigentliche Problem nicht gelöst.

Unter einem vor über 20 Jahren wurzelbehandelten, überkronten Zahn hatte sich ein Eiterherd gebildet. Vermutlich schon vor Jahren. Da der Zahn tot war, hatte ich keinerlei Schmerzen gespürt. Nachdem mein Zahnarzt mich an einen Kieferchirurgen überwiesen hatte, war am Montag der Tag der Wahrheit: Wurzelspitzenresektion.

Zahnwurzel_WSRBei so einem Eingriff informiert man sich ja auch über das Internet und versucht einen Eindruck davon zu bekommen, was man zu erwarten hat. Und man findet bei solchen Recherchen immer nur Horrormeldungen von misslungenen Operationen. Obwohl man das Gelingen einer Wurzelspitzenresektion nicht fünf Tage nach dem Eingriff abschließend beurteilen kann, möchte ich hier mal einen Beitrag posten, der sich deutlich von den oft beschriebenen Horrorszenarien abhebt.

In den meisten Fällen machen spezielle Kieferchirurgen solche OPs – nicht der einfache Zahnarzt. Eine Wurzelspitzenresektion ist auch mit keiner normalen Zahnarztmaßnahme zu vergleichen. Oft wird so eine Wurzelspitzenresektion auch mit einer Wurzelbehandlung verwechselt. Das sind aber zwei verschiedene Dinge.

Bei mir wurde jetzt unten links der Kiefer aufgeschnitten, das Zahnfleisch zu Seite geklappt und die Wurzelspitzen des betroffenen Zahnes wurden gekürzt. Dann wird der Zahn von unten neu gefüllt und versiegelt. Die wichtigste Aktion während der OP ist aber, dass die Entzündung komplett entfernt wird. Anschließend wird das Zahnfleisch wieder angenäht und man hat für eine Woche Fäden im Zahnfleisch.

Wer Angst vor dieser OP hat, dem kann ich sagen, dass sie absolut schmerzfrei ist. Ich konnte entspannt auf dem OP Tisch liegen, sogar den Mund geschlossen halten, da alles von der Außenseite des Kiefers aus gemacht wurde. Es ist allerdings sehr bizarr, denn man spürt, wie jemand im Kiefer rumwerkelt und man merkt den Blutgeschmack. Aber wie gesagt – keinerlei Schmerzen. Jedes Zahnsteinentfernen beim Zahnarzt ist unangenehmer.

Leider bleibt das nicht so angenehm. Sobald die Betäubung nachlässt, sollte man Schmerzmittel nehmen. Und die verordneten Antibiotika, denn die ganze Prozedur dient nur dazu, die Entzündung loszuwerden. Nur so kann der Zahn erhalten werden.

Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin und in den Spiegel geschaut habe, habe ich gedacht: “Ach Du Scheiße …” – eine riesige Hamsterbacke hatte sich gebildet. Der ganze linke Unterkiefer war angeschwollen. Deswegen sollte man die Stelle gut kühlen, aber das hat bei mir nur minimal etwas gebracht.

Auch jetzt muss ich sagen, dass die ganze Sache immer noch nicht schlimm ist. Der Wundschmerz ist ein ganz anderer wie der, der sich mit der Entzündung der Zahnwurzel gebildet hatte. Dieser Wundschmerz ist viel eher auszuhalten. Wer also zögert, so einen Eingriff vornehmen zu lassen ist dumm – so eine Wurzelspitzenresektion ist nicht mal ansatzweise so schlimm wie das Leiden ohne einen Eingriff. Und damit meine ich nicht nur akute Schmerzen.

Denn Entzündungen im Zahnbereich stehen schon lange im Verdacht, für viele Krankheiten verantwortlich zu sein. In der Zeit nach dem Urlaub hatte ich ständig das Gefühl, eine Art Mittelohrentzündung gehabt zu haben. Ich hatte Kopfschmerzen und fühlte mich ausgelaugt – logisch, denn der Körper kämpft gegen diese Entzündung an. Hat man so etwas unbemerkt, vielleicht jahrelang, dann äußert sich so eine Entzündung in vielen Dingen, nur oftmals nicht in Zahnschmerzen.

Nun, heute ist Samstag, die Backe ist nur noch ganz leicht geschwollen und meldet sich ab und an mit einem Kribbeln und leichtem Ziehen. Die Fäden kommen am Montag raus. Und dann muss man abwarten. Ich habe mich heute das erste Mal getraut, auf der linken Seite wieder zu kauen – das klappte ohne Schmerzen. Ich bin also zuversichtlich.

12. Juni 2016

Neues Amrum Video


Heute habe ich mir mal die Zeit genommen und aus den vielen kleinen Videos meines Amrum Urlaubs einen Zusammenschnitt erstellt.

Die Hintergrundmusik habe ich aus der "No Copyright Audio Library" entnommen und ist von "Silent Partner".

11. Juni 2016

Objektiv-Vergleich TAMRON AF70 / NIKKOR 105

Ich hatte ja gerade erst von meinem Tamron Zoom Objektiv berichtet. Jetzt habe ich mir gedacht, ich vergleiche dieses Objektiv mal mit meinem Nikkor Standardobjektiv. Das Standardobjektiv hat einen Brennweitenbereich von 18-105mm, das Tamron von 70-300mm. Wenn ich also mit beiden Objektiven dasselbe Motiv fotografiere, dieselbe Brennweite nutze und jeweils vier Bilder mit unterschiedlichen Blendeneinstellungen vergleiche, dann sollten sich Unterschiede zeigen.

Als Motiv habe ich mein Bücherregal gewählt. Brennweite bei beiden Objektiven jeweils 70mm. Ich habe dann bei ISO 100 und eher schlechten Lichtverhältnissen mit Stativ und Fernauslöser mit Blenden 5,8,13 und 20 Fotos gemacht. Deswegen sind die Bilder auch so dunkel. Das war beabsichtigt. Dann habe ich in den JPGs (nicht in den RAW Dateien) die linke obere Ecke vergrößert.

DSC_0647

Und hier das Ergebnis – man sieht Unterschiede.
Das NIKKOR Objektiv zeigt ein recht dunkles, aber wesentlich schärferes Bild – das obere Bild ist mit dem NIKKOR gemacht, das untere mit dem TAMRON. Blende 5.

5erBlendeNIKKOR
5erBlendeTAMRON

Bei einer 13er Blende sieht man so gut wie keinen Unterschied mehr. Nach meinem Empfinden ist das Bild mit dem TAMRON Objektiv hier sogar etwas besser. Auch hier wieder oberes Bild NIKKOR, unteres TAMRON.

13erBlendeNIKKOR
13erBlendeTAMRON

Die Bilder der 20er Blende lasse ich hier sogar weg – es ist absolut kein Unterschied zu erkennen.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ein TAMRON Zoom Objektiv im unteren Brennweitenbereich bei kleinen Blendenwerten (und kürzeren Verschlusszeiten) ein Problem mit der Bildschärfe an den Rändern der Bilder hat. Es bedeutet auch, dass es bei dem eigentlichen Zweck eines Telezoom Objektivs keinerlei Abstriche in Sachen Bildqualität gibt. Und mal ehrlich – wer macht Bilder mit einem Telezoom in einem 70er Brennweitenbereich?

Es ist natürlich nicht ganz fair, beide Objektive zu vergleichen. In diesem Fall sind die Bedingungen in einem Raum ohne Zoom ein Objekt zu fotografieren eher für ein Allround-Objektiv wie das NIKKOR ausgelegt. Mir ist auch klar, dass richtige Profis ganz anders testen. Mir kommt es aber nicht so sehr auf technische Werte an, sondern nur auf den subjektiven Eindruck des fertigen Fotos.
Ich werde so einen Vergleich auch demnächst mal in freier Wildbahn machen. Fazit für mich und für alle, die sich von den Aussagen zur schlechten Bildqualität bei TAMRON verunsichern lassen: Ich kann das nicht bestätigen. Bei gleichen Bedingungen und realistischen Blendeneinstellungen sehen die Fotos des TAMRON Objektiv an der NIKON D5300 genauso gut aus, wie bei einem vermeintlich hochwertigerem Objektiv.

9. Juni 2016

Bilderberg – Ein schmaler Grad

Mehrere Wochen lang habe ich hier von meinen Recherchen zu meinem nächsten Buch berichtet. “Die Macht hinter der Macht” (Arbeitstitel) bezieht sich auf Tatsachen, die nach dem sie ans Tageslicht kamen bis heute wie unglaubliche Verschwörungstheorien anmuten. Aber es sind Tatsachen. Die Vertuschungen des Verfassungsschutzes bei RAF-Anschlägen, den NSU Morden und die Etablierung von den Vernetzungen der “Big Data” im Hintergrund des alles bestimmenden Thema “Flüchtlinge”.

Was mir aufgefallen ist - und ich habe das bei vielen der besprochenen Medien auch so klargestellt – ist der schmale Grad zwischen diesen Tatsachen und den vielen Interpretationsmöglichkeiten. Die Wahrheit ist ein schmaler Grad zwischen unzähligen Verschwörungstheorien. Aber eine dieser Theorien ist wahr. Eine dieser Theorien wähle ich auch für meine Geschichte. Es soll die sein, die am plausibelsten ist. Und eine Theorie ist meine Geschichte nur aus einem einzigen Grund: der Protagonist hat nie existiert. Alle anderen Menschen sind historische Figuren, alle beschriebenen Ereignisse haben tatsächlich stattgefunden. Mein Protagonist ist bei vielen dieser Ereignissen dabei. Er ist einer der Strippenzieher der Macht.

Sehr passend fand ich dann den heutigen Bericht auf tagesschau.de. Dort wird, zum ersten Mal überhaupt, so weit mir bekannt, von der “Bilderberg-Konferenz” erzählt. Ich vermeide bewusst den Begriff “berichtet”, denn es gibt von dort nichts zu berichten. Die Strippenzieher dieser Welt, aus allen Bereichen der Gesellschaft, treffen sich dort zu unverbindlichen trilateralen Gesprächen. Seit 1954 findet diese Konferenz statt - diesmal in Dresden. Bezahlt wird das Ganze von diversen Stiftungen – der Steuerzahler zahlt nichts. Das gibt dem Ganzen einen gewissen privaten Rahmen. Selbstverständlich sind die Teilnehmer aber nicht als Privatleute da, sondern in ihren jeweiligen Funktionen dort anwesend. Die “Bilderberg-Konferenzen” sind ein El-Dorado für Verschwörungstheoretiker.

Noch fantastischer wie jede Verschwörungstheorie ist jedoch die Annahme, dass diese Konferenz überbewertet sein könnte. Natürlich gibt es dort kein Treffen einer geheimen Weltregierung. Natürlich wird dort nicht das nächste 9/11 geplant. Aber es gibt sicher Gespräche und Vorgaben für mittelfristige Handlungen, die viel weitreichender sind, als es der normale Bürger mitbekommt. Als Beispiel möchte ein epochales Ereignis nennen, das vermutlich auf so einer Konferenz in seinen Auswirkungen abgesprochen wurde und jeden Einzelnen betrifft : die Aufhebung des Glass-Steagall Acts 1999 durch Bill Clinton und ähnliche Maßnahmen in Europa in etwa zu derselben Zeit. Das wichtigste Ereignis der letzten Jahrzehnte mit Nachwirkungen auch noch für kommende Generationen.

Eine Verschwörungstheorie muss also nichts theatralisch-apokalyptisches an sich haben. Es ist der Verlauf von Interessen und ihr Ausverkauf an diejenigen, die diese Interessen umsetzen können.

Mein Protagonist jedenfalls wird sich selbst des Ausmaßes seiner Möglichkeiten bewusst, als er auf einer Bilderberg-Konferenz die Vernetzung findet, die es braucht, um Interessen so durchzusetzen, dass sie als Interessen gar nicht mehr erkennbar sind. Sie erscheinen uns dann als das Unabwendbare, als die Reflexion dessen, was die menschliche Natur ausmacht und was ein einzelner Mensch nicht ändern kann. Was für ein Unsinn.

Man sollte Wolfgang Schäuble und Frau v.d. Leyen einfach mal fragen, warum so ein großes Geheimnis um das Geheimnis dieser Konferenzen gemacht wird. Beide nehmen dieses Jahr teil. Sie werden keine Antwort bekommen. Von keinem der Teilnehmer. Und wer macht sich schon die Mühe und liest zahllose Wikileaks Dokumente? – Nur ein Dorfpoet aus Troisdorf. Mit anschließender literarischer Verwurstung.